Auf die Bühne - fertig - los!
Räuber und Polizist. Vater, Mutter, Kind. Im Supermarkt. Oder Feuerwehr. Die Kinder aus dem AWO Kinderhaus Schönberg spielen immer wieder intensive Situationen, die sie zum Beispiel aus ihrer Familie oder auch aus ihrer Lieblingsserie kennen, mit verteilten Rollen nach. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich ein Rudel Vierjähriger eine halbe Stunde inbrünstig mit verschiedenen Rollenspielen beschäftigen kann.
Die Rollen sind meist klar verteilt, oft durch ein älteres Kind als „Regisseur“ oder Bestimmer. Einerseits imitieren die Kinder Vorgänge, die sie von den Erwachsenen kennen, andererseits versuchen sie, diese Situationen im kindlichen Spiel zu begreifen und in Handlungen umzusetzen. Aus diesem täglichen Rollenspiel entstand immer wieder der Wunsch nach einer Bühne.
Auch im Morgenkreis wurde dieser Wunsch lauter. Hier werden alle Kinder ermuntert, von ihren Erlebnissen zu erzählen: Was sie gestern gemacht haben, wie sie Weihnachten feiern oder wie der Besuch im Tierpark war. Dabei geht es auch darum, dass sie lernen, ihre Stimme zu finden und den anderen Kindern eine Geschichte zu erzählen. Manche Kinder machen das von sich aus sehr gern, andere sind da zurückhaltender. Durch Bühnen- oder Redepräsenz lernen Kinder Schritt für Schritt, vor anderen zu sprechen und das eventuelle Lampenfieber, die Scheu vor den Zuhörern zu überwinden und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Das ist eine gute Voraussetzung, um auch später einmal laut zu sagen, was sie möchten oder nicht möchten.
Zudem wird in der Kita das Thema Partizipation sehr groß geschrieben, so gibt es von den Kindern einen selbstgewählten Kinderbeirat. Auch dieser erfährt durch die Nutzung der Bühne eine positiv veränderte Präsenz.
2020 konnte der Wunsch der Bühne endlich nachgekommen werden, da durch den Förderverein die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden konnten.